Trio Benares

Deobrat Mishra – Sitar

Roger Hanschel – Saxophone

Prashant Mishra – Tabla

 

„Spannend, virtuos, sinnlich, schön“ !

Seit vielen Jahrzehnten gibt es eine starke Anziehungskraft zwischen indischer klassischer Musik und Jazz, ist doch die Improvisation zentraler Bestandteil beider Musikrichtungen.

Gegründet in 2014 setzt das Trio Benares diese geschichtsträchtige Tradition von Begegnungen fort.

Als Teil einer seit sieben Generationen bestehenden Musikerfamilie hat sich Deobrat Mishra mittlerweile einen prominenten Platz als Sitarspieler unter den Musikern seiner Generation erspielt. Mit seinem 22-jährigen Neffen Prashant Mishra, einem „Rising Star“ der indischen Tablaszene, bildet

Deobrat Mishra eine perfekt eingespielte Symbiose. Roger Hanschel, ein Meister seines Instruments und sicherlich einer der extravagantesten Saxophonisten der zeitgenössischen Musik trifft mit seinem warmen Klang und Facettenreichtum auf den sinnlichen und brillianten Sound der Sitar, seine rhythmische Finesse erfährt in der Virtuosität von Prashant Mishras Tablaspiel. seine Entsprechung. Das Trio Benares bildet eine perfekte Einheit.

Es ist, als ob die Drei nur aufeinander gewartet haben.

 

„Preis der deutschen Schallplattenkritik“

Indische Klangwelten verbinden sich mit Jazz: Diese bemerkenswerte Geschichte wird hier vom Trio Benares um ein neues, ganz und gar zeitgenössisches Kapitel erweitert. Roger Hanschel, seit langem durch die Kölner Saxophon Mafia sowie Crossover-Projekte eher westlicher Prägung bekannt, vertiefte seine Kenntnis nordindischer Musik in Benares, an der Akademie des vielfach preisgekrönten Sitarvirtuosen Deobrat Mishra. Deobrats Neffe Prashant Mishra, ein junger Star der Szene, kam mit Tabla-Percussion dazu. Gemeinsam fanden die drei zu einer energiegeladenen Fusion, die man so noch nicht gehört hat. Hanschels Hoffnung, aus den Stilformen „eine originäre dritte Geschichte“ zu entwickeln, hat sich voll und ganz erfüllt“.
(Für die Jury: Jürgen Frey)

 

Jazzthetik, 7-8/2016

„In seiner neuen Band sucht Roger Hanschel die Begegnung mit der klassischen nordindischen Musik. Sein Trio Benares spielt mit einem Temperament und einer Virtuosität, die einen aus dem Sitz reißen können.
Lichtschnelle Themen, mitreißende Soli, clevere Innovationen – lange gab es kein so überzeugendes Indo-Jazz-Projekt mehr zu hören. „
(Hans-Jürgen Schaal )

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung 23.5.2016

„Vor knapp sechzig Jahren lagen sie sich erstmals in den Armen: die klassische indische Musik und der Jazz. Ravi Shankar – auch nach seinem Tod im Jahr 2012 noch immer der berühmteste Sitar-Spieler aller Zeiten – war dabei: Er spielte mit Jazzmusikern wie Tony Scott und Bud Shank. Die Liaison hatte (und hat nach wie vor) etwas umständehalber Zwanghaftes, dank der königlichen Rolle, welche die Improvisation in beiden Musikarten spielt. Am aktuellen Ende der Entwicklung bewundern wir das Trio Benares. Dessen hinreißendes neues Album „Assi Ghat“ (Jazzsick/Inakustik) ist mit Meistern ihres Fachs besetzt: Deobrat Mishra (Sitar), Prashant Mishra (Tabla) – und von der Jazzseite her Roger Hanschel (Altsaxophon). Die jungen, vielgereisten Inder und der erfahrene Hanschel zeigen virtuose Spiellust, sie gleiten vom Tänzerischen ins Kontemplative, brechen aus der feinen Schönheit der vorgegebenen, sanglichen Themen in einen Rausch der Eigenerfindung aus. Wie Hanschel seine lebenslangen Erfahrungen der Jazz-Improvisation respektvoll mit den modalen Eigenheiten der indischen Tradition einfärbt, das darf man ruhig einmalig nennen“.   (Ulrich Olshausen.)

 

Rondo Magazin 5/2016

Eigentlich liegen Welten zwischen indischer Musik und Jazz, sei es im Kontrast zwischen zwölftöniger und – im günstigsten Fall – zweiundzwanzigtöniger Tonleiter, sei es durch die Bedeutung der Rhythmen. Spielen Musiker aus diesen Hemisphären zusammen, braucht es viel Respekt und Lernbereitschaft. Der Kölner Saxofonist Roger Hanschel zählt zu dieser kleinen Schar derer, die nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern bei ihren Begegnungen mit indischen Musikern in die Tiefe gingen. Das Trio Benares verkürzt zwar die Dauer der Stücke auf für westliche Hörer angenehme fünf bis zehn Minuten. Andererseits gestalten sie diese auf der Basis indischer Rhythmen, die sowohl in den Schlagfolgen des Tablaspielers Prashant Mishra und den Klängen des Sitarspielers Deobrat Mishra als auch in Hanschels Melodien präsent sind. Er übernimmt die Verschleifungen und das Stakkato der Töne, vergisst aber die eigene Melodik nicht. Vier der sieben Themen hat sich Hanschel ausgedacht. Sie wirken ebenso leicht, locker und unverkrampft wie die zwei tradierten indischen Stücke und das von Deobrat Mishra komponierte „Jog“. Das Trio Benares verschmilzt Westliches und Indisches, wobei beide Seiten aufeinander zugehen, ohne die eigene Identität aufzugeben. Damit steht es in einer Traditionslinie der westlich-indischen Zusammenarbeit von Größen wie dem Altsaxofonisten Charlie Mariano, dem Gitarristen John McLaughlin und dem Geiger Yehudi Menuhin.  (Werner Stiefele, 21.5.2016

 

Kriminalakte 6/2016

Jazz trifft indische Musik ist wahrlich nicht neu, aber, – mal mehr, mal weniger traditionell -, immer wieder gerne gehört. Am bekanntesten dürften, auch bei Nicht-Jazzfans, etliche LPs aus dem Hause ECM und Shakti, die mit Unterbrechungen seit über dreißig Jahren bestehende Band von E-Gitarrist John McLaughlin und verschiedenen indischen Musikern, sein, die das westliche Publikum mit indischen Musikern, Instrumenten, Rhythmen und Melodien bekannt machten und sie zu etwas Neues verarbeiteten. Denn das, was dabei entstand, war nicht das sklavische Nachspielen einer fremden Musik, sondern das verschmelzen verschiedener Traditionen zu etwas vollkommen Neuem.Seit 2014 gibt es auch das „Trio Benares“, das aus Roger Hanschel (Alt-Sax, u. a. „Kölner Saxophon Mafia“), Deobrat Mishra (Sitar) und Prashant Mishra (Tabla) besteht und das jetzt mit „Assi Ghat“ ihre erste CD mit einer guten Stunde Musik veröffentlichten. Außer den beiden Traditionals „Bhairav“ und „Kajari“ sind die restlichen fünf Lieder von Deobrat Mishra und, hauptsächlich, Roger Hanschel geschrieben. Zusammen spielen die drei Musiker eine hochenergetische Fusion aus Jazz und indischer Musik, die an Shakti erinnert, wenn Mahavishnu McLaughlin auf Speed Altsaxophon spielen würde. Begleitet von zwei Indern, die ihn anfeuern. Das ist ziemlich grandiose Musik, die fest in der Gegenwart verankert ist. (Axel Bussmer)

 

Jazzpodium 5/20216

„…Charlie Marianos Erbe ist doch nicht verhallt. Roger Hanschel zieht mit seinem neuen Trio den Hut vor dem großen Alt-Lyriker und dessen von der indischen Musik beeinflussten Projekten. In den 70er Jahren brachte Mariano der westlichen Jazzwelt, und speziell seiner Wahlheimat Deutschland, die indische Musik mit einer originären Mischung aus seinen lyrischen und zupackenden Themen und meist breit besetzten indischen Instrumentarium, näher. Hanschel greift diesen Faden nun auf. Der Saxophonist lenkt gemeinsam mit Deobrat Mishra, Sitar, und Prashant Mishra, Tabla, endlich wieder die Aufmerksamkeit auf das Potenzial dieser Klangwelt. Die reduzierte Besetzung legt den Fokus auf Hanschels ideenreiche Themen, die er meist mit der Sitar gemeinsam entfaltet, über dem dichten Tablahintergrunfdtanzen lässt, und dann für solistische Erforschung öffnet. Das langjährige Zusammenspiel der beiden Mishras, Onkel und Neffe, sorgt dabei für ein mal dichtes, mal sehr spartanisches Klangnetz. Speziell dann, wenn Altsaxophon und Sitar sich für gemeinsame Soli zusammentun, entspinnt sich ein kontrapunktisches Feuerwerk. Vielleicht ist „Assi Ghat“ ja ein Startschuss für weitere weltumspannende Projekte, die durch die Tür gehen, die Charlie Mariano einst geöffnet hat. (Thorsten Meyer)